25 Juli 2025 von LBG

Workshop bei der MSA-Konferenz in Prag: Partizipative Forschung zu „Lebensborn“ und Erinnerungskultur im Fokus

Forscher:innen des LBG OIS Centers, des LBI für Kriegsfolgenforschung und der Universität Graz diskutierten mit Teilnehmer:innen über partizipative Forschung, historische Verantwortung und die Erinnerung an das NS-„Lebensborn“-Heim im Wienerwald.

Mitte Juli fand die Memory Studies Association (MSA) Konferenz in Prag statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde von Lukas Schretter, Michaela Tasotti, Nadjeschda Stoffers und Mathieu Mahve-Beydokhti ein Workshop veranstaltet, der das Projekt Memory Lab zum Thema „Lebensborn“ behandelte. Auch OIS und partizipative Forschung wurden thematisiert.

„Besondere Herausforderung“

Die Hintergründe für diesen Workshop wurden von den Veranstalter:innen dabei so beschrieben: „Partizipative Forschung, die betroffene Personen oder Interessengruppen aktiv in den Forschungsprozess einbezieht, stellt eine besondere Herausforderung dar, wenn sie auf die historischen und emotionalen Komplexitäten des Nationalsozialismus angewandt wird. Dennoch gewinnt sie zunehmend an Bedeutung in Bereichen wie Erinnerungskultur und historischer Bildung – insbesondere dann, wenn sowohl Täter- als auch Opferperspektiven thematisiert werden. Dieser Ansatz untersucht die (Un)Beständigkeit historischer Erinnerung und setzt sich mit den Spannungen zwischen vergangenen Erfahrungen und heutigen Deutungen auseinander.“

Memory Lab

Das Memory Lab erforschte die Geschichte des einzigen SS-geführten „Lebensborn“-Entbindungsheims auf dem heutigen österreichischen Staatsgebiet, in dem Frauen, die von der SS als „rassisch geeignet“ eingestuft wurden, sogenannte „rassisch wertvolle“ Kinder zur Welt brachten. In Zusammenarbeit mit „Lebensborn“-Kindern, deren Familien sowie Bewohner:innen der Region wurde das Projekt von einer transdisziplinären Studienbegleitgruppe begleitet und durch ein „Impact-Management“ zur Wirkungsanalyse ergänzt.

Im Mittelpunkt des 1,5-stündigen Workshops standen vier Videos, die Einblicke in die Konzeption und Durchführung des Projekts gaben und zur Reflexion über das Konzept von „Wirkung“ in partizipativer historischer Forschung anregten. Im Anschluss wurden Chancen und Herausforderung von Partizipation in der Forschung diskutiert.

Das Memory Lab