icon / home icon / small arrow right / light News icon / small arrow right / light Impact Initiative bei der Ars Electronica 2026: Gesundheit neu denken
02 Sep. 2026 von kkraus

Impact Initiative bei der Ars Electronica 2026: Gesundheit neu denken

Wie verändert Künstliche Intelligenz unser Verständnis von Gesundheit und Medizin? Bei der Ars Electronica 2026 bringt die Impact Initiative: Transforming Medicine Through AI and Arts wissenschaftliche und künstlerische Perspektiven zusammen, um dieser Frage auf unterschiedliche Weise nachzugehen. Vom 9. bis 13. September werden die daraus entstandenen Projekte am JKU MED Campus in Linz erlebbar.

Die vom LBG Open Innovation in Science Center initiierte Impact Initiative schafft Räume, in denen unterschiedliche Formen von Wissen und Erfahrung nicht nur aufeinandertreffen, sondern gemeinsam weiterarbeiten. In den Projekten kooperieren Forschende der Ludwig Boltzmann Institute mit Künstler:innen, Technologieexpert:innen und weiteren Beteiligten. Expert:innen des OIS Center begleiten die Zusammenarbeit und gestalten die Prozesse, in denen aus unterschiedlichen Perspektiven neue Fragen, Experimente und Ansätze entstehen.

Wem vertrauen wir, wenn KI Teil unserer Versorgung wird?

Intimate Triage bringt künstlerische und technologische Perspektiven mit der Forschung des Ludwig Boltzmann Institute for Digital Health and Prevention (LBI DHP) zusammen. Emanuel Gollob, Jan Smeddinck, Misagh Saboori und Pavithren V S Pakianathan schaffen eine Begegnung zwischen einem Menschen, einem humanoiden Roboter und einer menschlichen Fachperson. Dabei werden Fragen unmittelbar erfahrbar, die mit dem zunehmenden Einsatz von KI in der Medizin an Bedeutung gewinnen: Wer hört zu? Wer entscheidet? Wo liegt Verantwortung – und wem vertrauen wir in einem Moment der Verletzlichkeit?

Was verbindet unseren Schmerz mit dem unseres Planeten?

P.A.I.N. (Personal And Interconnected with Nature) entstand in Zusammenarbeit mit dem Ludwig Boltzmann Institute for Network Medicine (LBI NetMed) und verbindet künstlerische Praxis, KI und Netzwerkwissenschaft. Das interdisziplinäre PAIN Collective untersucht Schmerz nicht nur als individuelle körperliche Erfahrung, sondern auch in seinen emotionalen, gesellschaftlichen, ökologischen und generationenübergreifenden Dimensionen. Herzstück der Ausstellung ist eine interaktive 3D-Karte, in die auch persönliche Schmerzerfahrungen einfließen können. Mathieu Mahve-Beydokhti vom LBG OIS Center begleitet das Projekt als Lead Facilitator.

Bei der Ars Electronica bleibt P.A.I.N. nicht auf die Ausstellung beschränkt: Im Workshop Pain: Interconnected with Nature laden Mary Maggic und Dominika Kolenda dazu ein, die Verbindung zwischen dem eigenen Körper, ökologischem Verlust und planetarem Schmerz gemeinsam zu erkunden.

Welche Geschichten über Viren tragen wir mit uns?

Im partizipativen Workshop The Virus Stories We Carry bringen Sonja Bäumel, Helene Burtscher und Christine Marizzi künstlerische Praxis mit wissenschaftlichen Perspektiven des Ludwig Boltzmann Institute for Science Outreach and Pandemic Preparedness (LBI SOAP) zusammen. Statt Viren ausschließlich als abstrakte wissenschaftliche oder medizinische Größen zu betrachten, lädt der Workshop dazu ein, ihnen über Berührung, körperliche Erfahrung und gemeinsames Gestalten zu begegnen. So entstehen neue Zugänge zu einem Thema, das zugleich biologisch, gesellschaftlich und persönlich geprägt ist. Die Ars-Electronica-Übersichtsseite bestätigt den Workshop als einen der drei zentralen Projektstränge der Initiative.

Mitgestalten statt nur betrachten

Ergänzt werden Ausstellung und Workshops durch einen interaktiven Engagement Point, der einen ersten Zugang zur Impact Initiative schafft. Besucher:innen sind dort eingeladen, ihre eigenen Perspektiven einzubringen und an einer gemeinsam entstehenden Graphic Novel mitzuwirken. Damit setzt sich der kollaborative Ansatz der Initiative auch im Festival selbst fort.

Die Beiträge bei der Ars Electronica zeigen damit unterschiedliche Facetten desselben Ansatzes: Das OIS Center bringt Partner:innen aus Wissenschaft und Kunst zusammen und schafft Prozesse, in denen ihre unterschiedlichen Wissensformen produktiv miteinander arbeiten können. Es geht nicht darum, mit einzelnen Projekten fertige Antworten auf die Zukunft der Medizin zu liefern. Vielmehr werden bestehende Vorstellungen hinterfragt, neue Verbindungen hergestellt und Fragen geöffnet, die weder Wissenschaft noch Kunst oder Technologie allein beantworten können.

Die Impact Initiative: Transforming Medicine Through AI and Arts wurde vom LBG Open Innovation in Science Center initiiert und wird gemeinsam mit LIFT_C an der Johannes Kepler Universität Linz und Ars Electronica umgesetzt. Sie wird aus Mitteln des Fonds Zukunft Österreich (FZÖ) kofinanziert.

Ars Electronica Festival 2026
9.–13. September 2026
JKU MED Campus, Linz

Zur Ars Electronica
a. Intimate Triage, Foto: Mayer mit Hut
b. The Virus Stories We Carry, Foto: Sonja-Baeumel
c. P.A.I.N. ©P.A.I.N.-Collective
d. Engagement Point ©S.R. Ayers